Dandruff begins

DIE DANDRUFF-REMEDY CHRONIKEN

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Musik, zwo, drei

Jetzt waren wir auf jeden Fall wieder zu dritt und fanden uns auf Anhieb ausreichend sympathisch um es miteinander zu versuchen und endlich eine Band zu gründen. Alles in allem liest es sich selbst für mich richtig niedlich, dass wir allen Ernstes erst einen Raum zum Proben und erst danach die Leute für eine Band zusammenbekommen haben. In 99% der Fälle, dürfte es anders herum laufen. Was Detlef noch mehr wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge erscheinen ließ, war die schlichte Tatsache, dass er ebenfalls noch keine Ahnung von seinem Instrument hatte. Wir waren alle Drei auf dem selben (nicht vorhandenem) Level und so haben wir dann endlich anfangen können unsere ersten musikalischen Gehversuche zu machen. Unmusikalisch in dem Sinne waren wir nun nicht, eben einfach nur ohne jegliche Erfahrung.

Nichts lag näher, als sich zunächst an Coverversionen zu versuchen. Zum Raushören der Akkorde reichte es dann doch und mit dem soliden Grundschlag, mit dem jeder Schlagzeuger mal angefangen hat, sind andere Bands sogar ziemlich weit gekommen, ohne den wesentlich abzuändern. Denkt mal nur an Trio oder AC/DC. Ich weiß tatsächlich nicht mehr, wann wir angefangen haben eigene Sachen zu schreiben, zunächst einmal erschöpfte sich unser Repertoire in einigen echten “Krachern” wie z.B. „Mit Pfefferminz, bin ich Dein Prinz“ oder „I love Rock ‚n Roll“ An der Stelle ist meine Erinnerung mittlerweile auch etwas Lückenhaft. Ich kann mich z.B. kaum an unsere ersten Verstärker erinnern, geschweige denn ans erste Mikrofon. Ich glaube, ich hatte irgendeinen kleinen Comboverstärker und Detlef ebenso. Martin machte mit seinen taiwanesischen Blechtrommeln auf jeden Fall mehr als genug Schalldruck –Zumal die martialische, Gottgegebene Lautstärke seines Schlagzeugs durch das Podest zusätzlich und nicht unerheblich verstärkt wurde…

Der Gesang bewegte sich zu der Zeit auf dem Niveau von Dieter Bohlen…nur ohne Drogen und Effektgeräte. Außerdem hatten wir als „Gesangsanlage“ einen ominösen, ehemaligen Gitarrenverstärker, zweifelhafter Herkunft, dem wir auf brachialste Art und Weise einen Billig-Hochtöner von „Conrad Electronic“ reinoperiert hatten. Einen Hochtöner deswegen, damit er zumindest im Ansatz, nicht mehr ganz so arg danach klingen würde, als hätte ich beim Singen ein komplettes Federbett übergestülpt. Das Gute war, dass man von dem grausigen Sound sowieso nichts hören konnte, weil das dröhnende Podestschlagzeug eh’ alles gnadenlos übertönt hatte. Ihr habt es sicher schon gemerkt. Mein Hang zu blumiger Sprache wird nur noch von meiner Sucht nach ultra langen Sätzen getoppt, aber anders lässt sich die Skurrilität unserer ersten „Bandproben“ wirklich nicht wiedergeben. Tatsächlich probten wir so vor uns hin und gewannen bald einen weiteren Gitarristen dazu:

Götz war der Freund einer Cousine von irgendeinem von uns (ich weiß nur noch, dass es nicht meine war) und das Tolle war, der konnte noch weniger Gitarre spielen als ich, insofern passte er perfekt bei uns rein. Das noch Tollere war, dass er Kohle hatte und einen echt lauten Marshall Verstärker. Tja… und dann kam auch bald Duy hinterher. Der war wiederum ein Freund vom Bruder unseres (beinahe) Schlagzeugers und konnte Saxophon spielen. Jawoll, jetzt waren wir fünf und dank Duy eine Schülerband. Per Definition ist man das nämlich so lange, wie einer aus der Band noch zur Schule geht und der einzige aus unserer Band, der ein bisschen was auf seinem Instrument konnte war nun mal Duy und er war ja erst zarte Siebzehn… Unser erster echter Auftritt ließ nun nicht mehr lange auf sich warten. Nachdem wir bei einem Gastspiel beim Gartenfest unserer Bandeltern erfolgreich getestet hatten, dass wir durchaus in der Lage waren von betrunkenen Gästen nicht ausgebuht zu werden, brachte uns unser frisch gewonnener Status “Schülerband” zu einem Auftritt in einer Schulaula: Das Grotmoor Gymnasium in Hamburg Bramfeld. Dieses denkwürdige Ereignis muss irgendwann in 1992 stattgefunden haben und selbst davon gibt es noch Fotos:

um 1991 um 1991 um 1991

Auf dem rechten Bild sieht man Götz ganz außen stehen, wie er sich auf seiner Gitarre abstützt… Das hatte er den kompletten Gig über gemacht, weil er dachte, dass es besser sei lieber gar nix zu spielen als falsch. Nun… wir hätten das selbstverständlich alle machen können, aber das wäre uns irgendwie zu leise gewesen…

to be continoued….

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